WETTBEWERB SAALBAU RECKLINGHAUSEN, ANKAUF

Städtebau
An der Dorstener Straße gelegen markiert der „Städtische Saalbau“ einen wichtigen Wegpunkt, einen Trittstein, entlang der Kulturachse von der Altstadt Recklinghausens zum Stadtgarten und Ruhrfestspielhaus. Durch seine Größe und Funktion sticht der Saalbau aus dem vorhandenen Bebauungszusammenhang hervor und markiert einen besonderen Ort entlang der Straße.
Darüber hinaus vermittelt das Gebäude zwischen dem niedrigen Geländeniveau der Dorstener Straße zur Cäcilienhöhe sowie zwischen der städtischen Bebauung der Altstadt und der aufgelockerten Struktur der nördlich und westlich angrenzenden Wohngebiete. Der Saalbau kann als ein Gebäude des Übergangs verstanden werden. Dieser Entwurf greift diese beiden markanten Merkmale, den Wegpunkt und das Thema des Übergangs auf.

Architektur 
Der große Saal, das Herzstück des Gebäudes, wird in seinem architektonischen Ausdruck beibehalten, da nur die zur Bespielung des Saales notwendigen Einbauten hinzugefügt werden. Charakteristische vorgefundene Elemente des Saals wie z.B. die Stützen und die gewölbte Decke sollen wieder vollständig hergestellt jedoch in ihrem jetzigen Zustand belassen werden, da eine historische Rekonstruktion des alten Saales u.E. zu einem vollständigen Wiederaufbau führen würde. Das Foyer öffnet sich zum neu geschaffenen Platz, und lenkt den Blick durch seine großflächige Verglasung auf das Bestandsgebäude bzw. den Eingang zum großen Saal. Die Stützen werden als Gestaltungselement aus dem großen Saal übernommen und rhythmisieren das Foyer durch eine räumliche Notation. Dieser Rhythmus wird durch die herabhängenden Beleuchtungskörper verstärkt. Das neue Dach wird zum topographischen Element und ermöglicht die Ausbildung eines zusätzlichen Freilichttheaters auf dem Dach.
Wie im Innenraum sollen die Bestands-  bzw. neuen Gebäudeteile des Saalbaus auch äußerlich ablesbar sein, weswegen bewusst eine vom Bestand unterscheidbare Kubatur und Materialität gewählt wurde, die sich gleichzeitig in ihrer Höhe und Farbe der vorhandenen Bebauungsstruktur anpassen. Als Fassadenmaterial schlägt der Entwurf eine goldfarbene gelochte Metallfassade vor, die in einigen Bereichen durch Hinterleuchtung auch als Medienfassade genutzt werden kann.

mit studioberlin

Wettbewerb 2010: Ankauf